Meditationskissen, Bänkchen und anderes Zubehör
Man braucht zum Meditieren nichts außer sich selbst. Ein gutes Kissen oder Bänkchen macht das Sitzen aber deutlich leichter, besonders für Menschen, die im Alltag kaum auf dem Boden sitzen. Ein Überblick über das, was wirklich hilft.
Aktualisiert am · Lesezeit etwa 3 Minuten

Warum ein Kissen hilft
Wer auf dem flachen Boden im Schneidersitz sitzt, kippt das Becken meist nach hinten. Der Rücken rundet sich, und nach wenigen Minuten beginnen Rücken oder Knie zu schmerzen. Ein Kissen hebt das Becken an. Die Knie sinken tiefer als die Hüften, das Becken kippt leicht nach vorn, und die Wirbelsäule richtet sich fast von selbst auf. Das ist der ganze Trick.
Die gängigen Formen
Zafu (rundes Kissen). Das klassische Zen-Kissen ist rund, etwa 30 bis 35 Zentimeter im Durchmesser und 15 bis 20 Zentimeter hoch. Traditionell ist es mit Kapok gefüllt, einer Pflanzenfaser, die fest und doch elastisch ist. Man sitzt nur auf dem vorderen Drittel, nicht mittig.
Halbmondkissen. Die halbrunde Form lässt mehr Platz für die Oberschenkel und eignet sich gut für den burmesischen Sitz oder den Schneidersitz.
Zabuton (Unterlage). Eine flache, gepolsterte Matte unter dem Kissen schont Knöchel und Knie. Eine gefaltete Wolldecke tut es auch.
Meditationsbänkchen. Ein kleines, schräges Holzbänkchen für den Fersensitz. Die Unterschenkel liegen darunter, das Gewicht ruht auf dem Bänkchen statt auf den Füßen. Für viele Menschen mit steifen Hüften ist das die bequemste Lösung.
Stuhl. Ein fester Stuhl ohne Armlehnen, die Füße flach am Boden, ein kleines Keilkissen unter dem Gesäß: Das ist keine Notlösung, sondern eine vollwertige Haltung. Auch in christlichen Meditationsgruppen sitzen viele auf Stühlen.
| Sitzhilfe | geeignet für | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Zafu | Lotus, halber Lotus, burmesisch | traditionell, stabil | braucht etwas Hüftbeweglichkeit |
| Halbmond | Schneidersitz, burmesisch | mehr Platz für die Beine | etwas weniger Halt |
| Bänkchen | Fersensitz | entlastet Knie und Hüfte | Füße schlafen ein |
| Stuhl | alle | für jeden zugänglich | man lehnt sich leicht an |
Füllung und Höhe
- Kapok ist leicht, fest und formstabil, aber kaum anpassbar.
- Buchweizenschalen passen sich dem Körper an und lassen sich über einen Reißverschluss nachfüllen oder entnehmen. Sie rascheln leise.
- Dinkelspelz ist ähnlich, etwas weicher und günstiger.
Die richtige Höhe hängt von Ihrer Beweglichkeit ab. Faustregel: Die Knie sollten den Boden berühren oder sich zumindest unterhalb der Hüfte befinden. Wer steif ist, braucht ein höheres Kissen. Mit Buchweizen lässt sich die Höhe durch Nachfüllen anpassen.
Yoga-Zubehör, das auch beim Meditieren hilft
- Yoga-Block: unter die Knie gelegt, wenn diese im Schneidersitz in der Luft schweben. Er ist auch eine Hilfe für viele Haltungen im Hatha Yoga.
- Bolster: eine feste Rolle, die sich für Liegehaltungen, Shavasana und Yin Yoga eignet.
- Gurt: für Dehnungen, die die Hüfte öffnen und so auf Dauer das Sitzen erleichtern.
- Decke: gegen das Auskühlen und als Polster. Man unterschätzt, wie schnell man im Sitzen friert.
- Matte: zum Üben der Körperhaltungen. Zum Sitzen allein ist sie nicht nötig.
Was Sie sich sparen können
Räucherwerk, Statuen, Klangschalen und besondere Kleidung sind Geschmackssache. Sie können eine Atmosphäre schaffen, sind aber nicht nötig. Achten Sie bei Kleidung nur darauf, dass nichts am Bauch einschnürt. Auch sehr teure Kissen bringen gegenüber einfachen Modellen kaum Vorteile. Wer unsicher ist, beginnt mit einer zusammengerollten Wolldecke und probiert in einer Meditationsgruppe verschiedene Sitzhilfen aus, bevor er kauft.
Die Haltung zählt, nicht das Zubehör
In japanischen Zen-Klöstern wird das Kissen mit Respekt behandelt. Man verbeugt sich vor dem Platz, bevor man sich setzt, und schüttelt das Kissen danach auf. Das ist kein Aberglaube, sondern eine Erinnerung daran, dass die Übung mit dem Hinsetzen beginnt. Welches Kissen Sie wählen, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass Sie sich regelmäßig darauf setzen.